Wegleitsysteme in Gebäuden: Wie Beschilderung Personenströme lenkt

Beschilderung

Ein Gebäude ist für Ortsunkundige zunächst eine geschlossene Struktur. Wo der richtige Ausgang liegt, in welchem Stock sich eine Abteilung befindet, welcher Gang zum Ziel führt: All das erschließt sich nicht von selbst. Beschilderung macht den gebauten Raum lesbar, und genau das ist die Aufgabe eines Wegleitsystems.

Der englische Fachbegriff dafür lautet wayfinding. Im Deutschen spricht man vom Wegleitsystem, und gemeint ist nicht die einzelne Tafel, sondern das Zusammenspiel aller Elemente, die Menschen durch ein Gebäude führen. Wer sich für die weiteren Bedeutungen von «sign» im österreichischen Deutsch interessiert, findet eine geordnete Übersicht auf https://signs-at.com/

Wo Wegleitung zum Einsatz kommt

Die Anforderungen unterscheiden sich stark danach, wie groß und wie öffentlich ein Gebäude ist.

In Einkaufszentren hat sich die Kombination aus physischer Beschilderung und Indoor-Navigation etabliert. Viele Betreiber stellen zusätzlich eine App mit Geschoßplan bereit, über die sich einzelne Geschäfte direkt ansteuern lassen. Die Tafel im Gang und die Anwendung am Telefon bilden dabei ein gemeinsames System und sollten dieselben Bezeichnungen verwenden.

In größeren Gebäuden kommen interaktive Bildschirme dazu, an denen Besucherinnen und Besucher ihr Ziel eingeben und den Weg angezeigt bekommen. Auf Campusanlagen wiederum arbeitet man üblicherweise mit einer Kombination aus Informationstafeln, Wegweisern und digitalen Stelen, weil hier nicht nur innerhalb eines Hauses, sondern zwischen mehreren Gebäuden geleitet werden muss.

ZUR INFORMATION! Digitale Elemente ersetzen die feste Beschilderung nicht. Sie ergänzen sie, weil ein Bildschirm ausfallen kann und weil nicht jede Person bereit oder in der Lage ist, eine App zu installieren.

Barrierefreiheit ist keine Zusatzoption

In Österreich ist Barrierefreiheit im Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz verankert. Für die bauliche Umsetzung gibt es eine eigene ÖNORM-Reihe zum barrierefreien Bauen, die auch die Ausführung von Leitsystemen abdeckt.

Praktisch sichtbar wird das an Verkehrsknoten. Auf den Bahnhöfen der ÖBB sind taktile Systeme am Boden verlegt, die blinden und sehbeeinträchtigten Personen die Orientierung ermöglichen. Sie funktionieren unabhängig von visueller Beschilderung und arbeiten mit ertastbaren Rillen und Noppen.

Ich habe mir bei der Recherche angesehen, wie diese beiden Ebenen zusammenspielen, und das Ergebnis ist eindeutig: Ein Wegleitsystem, das nur visuell funktioniert, ist unvollständig. Schrift, Kontrast, Höhe der Anbringung und taktile Elemente gehören zusammen geplant, nicht nachträglich ergänzt.

Türschilder als Teil des Systems

Am Ende jedes Weges steht eine Tür, und dort übernimmt das Türschild. Nach ihrer Funktion lassen sich vier Gruppen unterscheiden:

  • Informationsschilder nennen, was sich hinter der Tür befindet: Raumnummer, Abteilung, Name und Funktion.
  • Warnschilder weisen auf Einschränkungen und Gefahren hin.
  • Spezialschilder tragen Braille-Schrift und machen die Information für blinde Personen zugänglich.
  • Hinweisschilder regeln die Bedienung, etwa mit «drücken» und «ziehen».

Diese vier Gruppen decken den Großteil dessen ab, was in einem Bürogebäude, einer Ordination oder einer Schule an Türen hängt.

Die Begriffe auf Englisch und Deutsch

Wer mit internationalen Planungsunterlagen arbeitet, stößt durchgehend auf englische Bezeichnungen. Die gebräuchlichsten Entsprechungen:

  • wayfinding signage heißt im Deutschen Wegleitsystem.
  • directional arrow sign entspricht dem Richtungspfeil.
  • floor directory ist die Stockwerksübersicht.
  • toilets, lifts und exits werden zu WC, Aufzüge und Ausgänge.
  • checkout heißt in Österreich Kassa, nicht Kasse.

WICHTIG! Bei der letzten Zeile lohnt ein zweiter Blick. Wer eine Beschilderung für den österreichischen Markt plant und die bundesdeutsche Variante übernimmt, produziert eine Tafel, die zwar verstanden wird, aber sofort als ortsfremd auffällt.

Der häufigste Fehler

Die Verwechslung, die mir in Übersetzungen am regelmäßigsten begegnet, betrifft Schild und Zeichen.

Ein Schild ist ein Gegenstand: die Tafel an der Fassade, das Plättchen an der Tür, der Pfeil im Gang. Ein Zeichen ist abstrakt: das Symbol, das auf dem Schild abgebildet ist, oder eine Bedeutungseinheit ohne physischen Träger. Im Englischen deckt «sign» beides ab, im Deutschen sind es zwei verschiedene Wörter.

Für die Praxis heißt das: Was Sie anbringen, montieren oder austauschen, ist immer ein Schild. Was darauf abgebildet ist, ist ein Zeichen.

Was ein gutes System ausmacht

Wenn Sie es praktisch mögen, lässt sich der ganze Bereich auf drei Punkte eindampfen. Erstens: Die Bezeichnungen müssen über alle Ebenen hinweg identisch sein, von der Stockwerksübersicht im Erdgeschoß bis zum Türschild. Zweitens: Visuelle und taktile Information gehören gemeinsam geplant, weil die gesetzliche Grundlage das verlangt und weil ein rein visuelles System einen Teil der Nutzenden ausschließt. Drittens: Die Sprache soll zum Ort passen, und in Österreich steht eben Kassa auf dem Schild.

By Asad Raza
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